Ein Fotoshooting nach dem Sonnenstand planen

Finde den passenden Aufnahmestandpunkt und prüfe, wo das Licht hinfällt und was die Sonne verdeckt, bevor du draußen fotografierst.

By Engin KurutepePublished: 2026-10-10Last updated: 2026-10-10
Tief stehende Abendsonne auf einer Steinmauer an der Küste, mit langen Schatten im Gras
Tief stehende Abendsonne auf einer Steinmauer an der Küste, mit langen Schatten im Gras

Prüfe vor einem Fotoshooting im Freien, wo die Sonne am geplanten Tag von deinem Aufnahmestandpunkt aus stehen wird. Schau dann nach, was sie verdecken könnte. Die Sonnenuntergangszeit sagt dir, wann die Sonne den Horizont erreicht. Ob dein Motiv dann noch Licht bekommt, erfährst du daraus nicht.

Du kannst zur goldenen Stunde eintreffen und feststellen, dass die ausgesuchte Mauer schon im Schatten liegt. Ein Hügel, ein Haus gegenüber oder ein paar Bäume können das direkte Licht deutlich früher abschneiden. Wenn du die Sonnenrichtung einbeziehst, findest du schon vor dem Aufbruch einen passenden Standpunkt und ein brauchbares Zeitfenster.

Überlege zuerst, welches Licht du möchtest

Wähle dein Motiv: ein Porträt an einer Mauer, einen Baum auf einem Bergrücken oder ein Gebäude am Meer. Entscheide, welchen Teil davon die Sonne beleuchten soll.

Für einen Lichtsaum im Haar steht die Sonne aus Sicht der Kamera hinter der Person. Soll die Struktur einer Steinmauer sichtbar werden, hilft seitlich einfallendes Licht. Für eine beleuchtete Gebäudefront prüfst du, ob diese Seite zur gewünschten Zeit zur Sonne zeigt. Nikons Fototipps empfehlen, verschiedene Aufnahmerichtungen auszuprobieren und auf den Sonnenstand zu achten.

Damit hast du eine konkrete Frage für die Karte: Wo kannst du stehen, damit das Licht passt und dein Bildausschnitt erhalten bleibt?

Prüfe den genauen Standpunkt und das Datum

Nutze den geplanten Kamerastandpunkt statt nur den Namen der nächsten Stadt. Schon die andere Seite eines Weges kann das Verhältnis zwischen Sonne, Motiv und Hintergrund verändern.

Stelle das Datum des Shootings ein. Die Richtungen von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ändern sich im Jahresverlauf. Ein Foto vom selben Ort aus einer anderen Jahreszeit hilft als Orientierung, garantiert aber nicht dasselbe Licht.

Zwei Winkel beschreiben den Sonnenstand. Der Azimut gibt die Richtung entlang des Horizonts an, im Uhrzeigersinn von geografisch Nord aus: Osten liegt bei 90°, Süden bei 180° und Westen bei 270°. Die Sonnenhöhe ist der Winkel über dem Horizont. Das Sonnenglossar der NOAA erklärt beide Größen. Eine niedrige Sonnenhöhe lässt lange Schatten erwarten; die Richtung zeigt, welche Seite des Motivs Licht bekommt.

Du musst die Zahlen nicht auswendig lernen. Folge der Richtung auf der Karte und stelle dir vor, wie das Licht von dort auf dein Motiv fällt.

Beachte den Horizont aus Sicht deines Motivs

Prüfe den Raum zwischen Sonne und Motiv. Ein nach Westen gerichteter Hang kann noch Abendlicht bekommen, während eine nahe Senke schon im Schatten liegt. In einer Straße kann ein Haus das Licht abschneiden, obwohl der Himmel darüber frei ist.

Karten und Geländeansichten helfen bei der Vorbereitung. Kontrolliere den Ort trotzdem bei deiner Ankunft: Bäume, Mauern und nahe Gebäude können eine Sicht versperren, die im Geländemodell offen wirkt. Plane genug Zeit ein, um einen zweiten Standpunkt auszuprobieren, bevor sich das Licht verändert.

Finde dein Aufnahmezeitfenster

Nimm die Zeiten der goldenen Stunde als Ausgangspunkt. Für dein Foto zählt der Zeitraum, in dem das gewünschte Licht dein Motiv erreicht und du sicher an einem passenden Standpunkt stehen kannst.

Bei einem Porträt an einer Mauer fotografierst du vielleicht, solange tiefes Seitenlicht noch auf die Steine fällt, und lässt die Person später ein paar Schritte weitergehen. An der Küste lohnt es sich unter Umständen, nach Sonnenuntergang zu bleiben, wenn sich Himmel und künstliche Beleuchtung verändern. Nikons Anleitung zur Dämmerungsfotografie behandelt das Zusammenspiel von verbleibendem Tageslicht und künstlichem Licht.

Überlege dir auch einen Bildausschnitt für bewölkten Himmel. Die Sonnenbahn verrät die Position der Sonne, garantiert aber weder direktes Licht noch einen farbenfrohen Himmel.

Prüfe den Plan mit SolarWatch

Die Kachel Magisches Licht zeigt Fotografiezeiten für morgens und abends. Wähle damit einen Zeitraum und prüfe anschließend die Richtung und mögliche Hindernisse vor Ort.

In der AR-Ansicht kannst du am Aufnahmeort Datum und Uhrzeit ändern und die Sonnenbahn ansehen. AR benötigt Gold, Zugriff auf Kamera und Standort sowie ein unterstütztes Gerät. Aktiviere für Geländeinformationen die Geländedaten-Downloads in den Einstellungen. Die Schattenkarte bietet eine weitere Ansicht von Sonnenrichtung und Schatten; zum Ändern von Datum und Uhrzeit brauchst du Gold.

Prüfe vor dem Aufbau Datum und Ort, ob das Licht dein Motiv erreicht und ob du an deinem geplanten Standpunkt fotografieren darfst. Halte einen zweiten Blickwinkel bereit. Diese kurze Vorbereitung verschafft dir mehr Zeit zum Fotografieren, wenn das Licht da ist.

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