
Die Sonnenkorona ist die äußere Atmosphäre der Sonne. Es erstreckt sich Millionen von Kilometern in den Weltraum, aber die meiste Zeit können wir es von der Erde aus nicht sehen, weil die helle Oberfläche der Sonne es überstrahlt.
Während der Totalität bedeckt der Mond diese helle Oberfläche. Von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten erscheint die Korona als blasse, zarte Krone um die schwarze Mondscheibe. Abhängig von der Sonnenaktivität kann es wie weiße Luftschlangen, Blütenblätter, Büschel oder Flügel aussehen.
Warum die Korona verborgen ist
Die sichtbare Seite der Sonne, Photosphäre genannt, ist äußerst hell. Die Korona ist viel schwächer. Bei normalem Tageslicht streuen die Photosphäre und die Erdatmosphäre so viel Licht, dass die Korona aus dem Blickfeld verschwindet.
Eine totale Sonnenfinsternis erzeugt einen natürlichen Koronographen. Der Mond blockiert die Photosphäre nahezu vollständig und lässt die schwache äußere Atmosphäre erscheinen. Dies ist einer der Gründe, warum totale Finsternisse für die Solarwissenschaft so wertvoll sind.
Ringförmige und partielle Finsternisse lassen die Korona mit bloßem Auge nicht erkennen, da ein Teil der hellen Photosphäre sichtbar bleibt.
Woraus die Korona besteht
Die Korona ist ein extrem dünnes Plasma: heißes, elektrisch geladenes Gas, das durch das Magnetfeld der Sonne geformt wird. Es handelt sich nicht um eine feste Oberfläche oder eine Flamme. Seine Struktur verändert sich, wenn Magnetfelder sich verdrehen, wieder verbinden und geladene Teilchen von der Sonne wegführen.
In der Nähe des Sonnenmaximums, wenn die Sonne aktiver ist, sieht die Korona tendenziell komplexer und ausgebreiteter aus. In der Nähe des Sonnenminimums erscheint es entlang des Äquators der Sonne oft gestreckter.
Das Problem der koronalen Erwärmung
Eine der seltsamsten Fakten über die Korona ist ihre Temperatur. Die sichtbare Oberfläche der Sonne hat eine Temperatur von etwa 5.500 Grad Celsius, Teile der Korona erreichen jedoch Millionen von Grad Celsius.
Das scheint rückwärtsgewandt zu sein. Man könnte erwarten, dass die Atmosphäre der Sonne kühler wird, wenn man sich von der Oberfläche entfernt. Stattdessen wird die äußere Atmosphäre deutlich heißer.
Wissenschaftler nennen dies das koronale Erwärmungsproblem. Magnetische Wellen, kleine Wiederverbindungsereignisse und Plasmaturbulenzen sind alle Teil der Untersuchung, aber die vollständige Erklärung bleibt ein aktives Gebiet der Sonnenphysik.
Die Parker Solar Probe der NASA hat seit 2021 enge Durchgänge durch die Korona gemacht und Wissenschaftlern so direkte Messungen der Region ermöglicht, in der dieses Erwärmungsproblem auftritt.
Warum sich Sonnenfinsternis-Beobachter darum kümmern
Für viele Menschen ist die Korona das emotionale Zentrum des Ganzen. Fotos können es zeigen, aber die Live-Ansicht ist anders, weil sich Ihre Augen an die plötzliche Dunkelheit anpassen und feine Strukturen um den Mond herum wahrnehmen.
Auch die Korona verändert sich von Finsternis zu Finsternis. Das bedeutet, dass eine totale Sonnenfinsternis nicht einfach ein wiederholbarer Trick am Himmel ist. Es ist ein Blick auf die aktuelle magnetische Persönlichkeit der Sonne.
Wie lange kannst du es sehen?
Sie können die Korona nur während der Totalität sehen, zwischen dem zweiten und dritten Kontakt und nur von innerhalb des Pfades der Totalität. Wenn Sie sich außerhalb dieses Pfades befinden, wird dies selbst bei einer sehr tiefen partiellen Sonnenfinsternis nicht sichtbar.
Die Gesamtdauer hängt von Ihrer Position innerhalb des Pfades, der Entfernung des Mondes, der Entfernung der Sonne und der Form der Erdoberfläche ab. Am Rande des Weges dauert die Totalität möglicherweise nur Sekunden. In der Nähe der Mittellinie kann es viel länger halten.
Worauf Sie achten sollten
Verbringen Sie nicht die ganze Phase damit, nach einem perfekten Detail zu suchen. Gewöhnen Sie Ihre Augen zunächst an die plötzliche Dunkelheit. Suchen Sie dann nach der Gesamtform der Korona. Sind die Luftschlangen lang und gestreckt oder eher gleichmäßig um die Sonne verteilt? Ist eine Seite heller? Können Sie einen rötlichen Rand in der Nähe des Mondes erkennen, an dem möglicherweise Protuberanzen sichtbar sind?
Diese Eindrücke sind Teil des wissenschaftlichen Wertes und des menschlichen Wertes der Gesamtheit. Die Korona ist kein festes Symbol. Es handelt sich um eine sich verändernde Struktur, die mit der magnetischen Aktivität der Sonne zusammenhängt.
Quellen und zugehörige Leitfäden
- Die NASA erklärt, wie Wissenschaftler die Korona vor Finsternissen vorhersagen.
- Die Parker Solar Probe-Mission der NASA beschreibt das Problem der koronalen Erwärmung.
- Verwandte SolarWatch-Anleitungen: Warum Mond und Sonne in ihrer scheinbaren Größe übereinstimmen, Baily-Perlen, Schattenbänder und Sicherheit bei Sonnenfinsternissen.
Sehen Sie es in SolarWatch
SolarWatch hilft Ihnen herauszufinden, wo Totalität möglich ist und wie lange sie an einem ausgewählten Punkt anhält. Verwenden Sie die Finsterniskarte, um Orte entlang des Pfades zu vergleichen und einen Aussichtspunkt auszuwählen, an dem Sie genügend Zeit haben, um nach oben zu schauen, die Korona zu beobachten und nicht die ganze Zeit damit zu verbringen, die Ausrüstung anzupassen.